5. Januar 2017

Wer über Demokratie reden will, lädt sich keinen Antidemokraten ein

Zu den Verlautbarungen der AfD hinsichtlich ihrer geplanten Podiumsdiskussion erklärt der Fraktionsvorsitzende Swen Knöchel:

"Seit Beginn des neuen Jahres versendet die AfD im Akkord Pressemitteilungen, mit denen sie wie ein bockiges Kind in der Buddelkiste herausschreit, wer alles nicht bereit sei, mit ihnen zu spielen. Mit diesem Geschrei will sie offensichtlich den Dreck vergessen machen, mit dem sie im Laufe des vergangenen Jahres selbst geworfen hat.

Derzeit will die AfD andere dazu bewegen, mit einer Person, deren Ansichten aus vordemokratischen Zeiten stammen, über Demokratie und Meinungsfreiheit zu debattieren. Sie will darüber debattieren, ob der Begriff des „Völkischen“ wieder salonfähig gemacht werden sollte, sie will die Koordinaten des politischen Diskurses nach rechts verschieben. Dazu sollen die Eingeladenen als Statisten ihrer Propaganda bzw. nach Absage als Alibi für ihr vorab ohnehin geplantes Gejammer dienen.

Bedauerlich wäre, wenn das Spiel, so durchschaubar es ist, verfängt.

Für mich bleibt es dabei, die Grundwerte unserer Gesellschaft, zu denen Meinungsfreiheit und Toleranz gehören, verteidigt man nicht, indem man sie in Diskussionsrunden mit dem rechten Rand zur Diskussion stellt, sondern nur in dem man sie lebt. Wer sich tatsächlich über Demokratie verständigen will, lädt sich keinen ausgewiesenen Antidemokraten als Stargast für sein Podium ein.

Hätte die AfD Pseudo-Themen wie ihre angebliche Ausgrenzung nicht, würde ihre thematische Einfalt gnadenlos ins Auge springen: 1. Flüchtlinge, 2. Flüchtlinge, 3. Flüchtlinge, 4. usw. ..."