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Vielmehr scheitert, wenn die Arbeit von Gleichstellungsprojekten nicht mehr geleistet werden kann

Swen Knöchel und seine Konkurrenten um das Amt des Oberbürgermeisters waren zu Gast im Frauenzentrum „Weiberwirtschaft“.

Eine Weiberwirtschaft ist das Aufgebot zur halleschen Oberbürgermeisterwahl mit Sicherheit nicht. Einzig die parteilose Antje Schwarz vertritt das weibliche Geschlecht unter den neun Kandidaten, die am 1. Juli um den Einzug in das Rathaus der Saalestadt an den Start gehen. Vielmehr mussten die Anwärter/innen für das Amt des Stadtoberhaupts der „Weiberwirtschaft“ Rede und Antwort stehen. Das Frauenzentrum in Trägerschaft des Vereins Dornrosa lud zu einem Wahlforum in seine Räumlichkeiten in der halleschen Karl-Liebknecht-Straße ein.

Es ging um Gleichstellung – nicht nur aber vor allem für Frauen. „Wo Gleichstellungspolitik gefragt ist, bedeutet das immer, dass Ungleichheiten vorhanden sind“, meinte Swen Knöchel. Da gibt es sicher auch in Halle noch einiges zu tun, wo Frauen etwa 70 Prozent der Bevölkerung stellen. Sich aber im Berufsleben vor allem in den unteren Gehaltsgruppen wiederfinden, wie der Oberbürgermeisterkandidat der LINKEN kritisch bemerkte.

Gleicher Lohn für Männer und Frauen ist sicherlich nur ein Aspekt von Gleichstellung. Letztlich muss diese ganzheitlich erfolgen – also auch unabhängig von der Herkunft oder der sexuellen Orientierung von Frauen. So plädierte Swen Knöchel etwa für eine stärkere Einbeziehung von Migrantinnen in das gesamtgesellschaftliche Leben in Halle. Das Frauenzentrum Weiberwirtschaft setzt sich bereits seit vielen Jahren für diese Ziele ein und somit stellte sich natürlich auch die Frage, wie es denn der künftige Oberbürgermeister mit der Bereitstellung von Mitteln für freie Träger von Gleichstellungsprojekten hält.

„Die benötigten finanziellen Mittel für Gleichstellungsprojekte befinden sich im unteren Bereich, daran soll der hallesche Haushalt mit einem Gesamtvolumen von 530 Millionen Euro nicht scheitern“, meinte der OB-Kandidat der LINKEN. Vielmehr scheitere, wenn die Arbeit des Frauenzentrums und ähnlicher Projekte nicht mehr geleistet werden kann, fügte er hinzu. Aufgabe eines Oberbürgermeisters sei es auch, für entsprechende Mittel mit dem Land in Verbindung zu treten. Vor allem brauche es genauer Überlegungen bei der Haushaltsaufstellung und nicht etwa willkürlicher Streichlisten, wie sie bei den jüngsten Etatverhandlungen aus dem Hut gezaubert wurden.

„Fragen der Gleichstellung und der Finanzierung entsprechender Projekte müssen wir künftig breiter diskutieren“, sagte Swen Knöchel. Dafür müsse man sich letztlich auch Zeit nehmen, denn eine „Logik“ funktioniert sicherlich nicht: Dass etwa mehr Mittel für Frauen ausgegeben würden, wenn in Halle ein neuer Gehweg verlegt wird. Nur weil dieser aufgrund der Bevölkerungszusammensetzung natürlich von mehr Frauen als Männern genutzt wird.
KM