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„Letztlich geht es auch um solides Handwerk“

Die Mitteldeutsche Zeitung lud zum OB-Wahlforum im Audimax ein.

Das Audimax am halleschen Uniplatz war voll besetzt und ein Fazit des OB-Wahlforums der Mitteldeutschen Zeitung könnte in etwa so lauten: Die Lokalpresse schnappte sich zuerst die aussichtsreichsten Kandidaten, Swen Knöchel unterstrich, dass er dazu gehört und Bernd Wiegand (parteilos) und Bernard Bönisch (CDU) beharkten sich. Jedenfalls wurde es nicht langweilig und auch Kay Senius (SPD) funktionierte gewohnt präzise wie ein Schweizer Uhrwerk. Quer durch den thematischen Gemüsegarten hatten der Chefredakteur der MZ, Hartmut Augustin, der hallesche Lokalchef Gert Glowinski und das Publikum im Audimax den Anwärtern für das Amt des Oberbürgermeisters auf den Zahn gefühlt.

Halles Haushaltsdefizit und Möglichkeiten der Wirtschaftsförderung sollten die Runde genauso beschäftigen wie Fragen nach einem grüneren Marktplatz oder der Zukunft der Opern- und Theaterlandschaft in Halle. Wie wollen die OB-Kandidaten zudem Arbeitsplätze in die Stadt holen? Sicher sind die meisten Fragen nicht mehr unbeantwortet mit steigender Frequenz der Wahlforen. Der Arbeitsmarkt bleibt jedoch ein wichtiges Thema, bei dem es angesichts von 17.000 Menschen in Halle, die arbeiten und dennoch Hartz IV beziehen, vor allem um gute Arbeitsplätze ohne Niedriglöhne gehen muss, so Swen Knöchel.

Den Markt würde der OB-Kandidat der LINKEN jedenfalls nicht in einen Stadtpark verwandeln wollen – dann doch lieber Pflanzkübel, so genanntes „mobiles Grün“. Dem Haushaltsdefizit muss man hingegen nicht mit sinnfreien Sparvorschlägen zu Leibe rücken, vielleicht vielmehr mit einem Blick für das Einnahmeproblem der Stadt, wie Swen Knöchel meinte. Gewerbesteuern sich ansiedelnder Unternehmen könnten etwa Mehreinnahmen in Halles Stadtkasse spülen. Beim Land müsse man zudem die finanziellen Mittel einfordern, die der Stadt entsprechend ihrer Aufgaben als Kommune zustehen. „Letztlich geht es auch um solides Handwerk. Aufgaben und Haushaltsposten müssen regelmäßig hinterfragt und weiterentwickelt werden“, sagte Swen Knöchel.

„Halle ist Halle/Saale und nicht nur Händelstadt“, so der OB-Kandidat der LINKEN. Das passte auch ganz gut zum Thema Kulturlandschaft, wo sich etwa die Frage nach der Zukunft eines Kinder- und Jugendtheaters in Halle förmlich aufdrängt. Mit dem Erhalt des Kinder- und Jugendtheaters gehe es schlichtweg um die Frage des Zugangs zu Kultur, sagte Swen Knöchel. Ein künftiges Gesamtkonzept für die Stadt wolle er als Oberbürgermeister gemeinsam mit den Kunst- und Kulturschaffenden in den Einrichtungen entwickeln.

Der Themen kamen noch reichlich mehr auf den Tisch, auch ein paar Fragen zur persönlichen Amtsführung. Man müsse etwa Fehler reflektieren und damit umgehen, um sie nicht ein weiteres Mal zu wiederholen. „Halle hat was, vor allem Hallenser, die nett sind“, meint Swen Knöchel auf die Frage, warum er gern in der Stadt lebt. Er muss es wissen. Hier ist er vor 38 Jahren geboren, aufgewachsen und geblieben.

KM